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Schulpfortener Panstermühle im Kloster Pforta

09.07.2014 21:42

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Schulpfortener Panstermühle im Kloster Pforta

 

Die Schulpfortener Panstermühle hatte vergleichsweise nur eine "magere"Ausstattung mit nur einem Wasserrad und trieb eine Getreidemühle und eine Papiermühle an, was vermutlich an der geringen Zugkraft der "Kleinen Saale" gelegen hat die nicht noch mehr Räder antreiben zu vermochte. Als im16.Jahrhundert aus dem Kloster Pforta die Landesschule Schulpforte wurde übernahm diese sämtliche Gebäude zur eigenen Versorgung.

 
 
 
 
 
 

So beschäftigte die Schule einen eigenen Müller und Bäcker. Während die Mühle bis zu Anfang des 18.Jahrhunderts mit einem der übliche Staberäder angetrieben wurde,erneuerte man im Jahre 1708 die gesamte Technik und stattete sie nun mit einem neuen Panserzeug aus ! Schulpforta hatte also einst zwei Pansermühlen mit einem Wasserrad. Die Papiermühle existiert seit dem Jahre 1860 nicht mehr.

 
 
 
 
 
 

Etwa 200 Jahre lang wurde mit der Mühle Getreide gemahlen, im Jahre 1906 stellte man den Mahlbetrieb ein und brach leider das Wasserrad samt äußeren Zieh-Erker ab um mit zwei "Francis - Turbinen" Strom zu erzeugen. Zum Glück ließ man das Innenleben (Ziehzeug,Trieb-und Mahlwerk) als technisches Denkmal stehen. In den 1970er Jahren gelang es einem Lehrer mit Unterstützung zahlreicher Müller und der "VEB Saalemühlen Bernburg" die Mühle zu restaurieren. Da der Bau eines neun Mühlenrades damals nicht möglich war wurde ein Elektromotor angeschlossen der das mahlen für Schauzwecke ermöglichte.

 
 
 

Panstermühlen stellen einen Höhepunkt in der Entwicklung der Mühlentechnik dar. Die älteste bekannte Panastermühle stammt aus dem 16.Jahrhundert - die wichtigste Neuerung im technischen Aufbau dieser Mühlen bestand darin, dass das Wasserrad einschließlich der Antriebswelle gehoben oder gesenkt werden konnte. Somit konnte man die Eintauchtiefe des Wasserrades immer an die die Höhe des Wasserspiegels angepasst werden, dass ein optimaler Wirkungsgrad erreicht wurde. Außerdem konnte man die Mühle damit ein und ausschalten durch herausheben des Wasserrades.

 
 

Das Panasterrad lies sich um einen Meter in der Höhe verstellen. Ursprünglich gab es drei Vorrichtungen um das Wasserrad in der Höhe zu verstellen:


1. das Zieh - und Kettenpansterzeug,bei dem das Rad in Ketten empor gezogen wurde
2. das Stockpansterzeug,das mit Hebelbäumen und Winde arbeitet
3. das Kniepansterzeug,bei dem die Radwelle auf einem einarmigen mit Ketten aufziehbaren Hebel bewegt wurde.

 

Die schweren Eisenketten, haben vermutlich auch dieser Mühlenart den Namen gegeben,als Panzer - oder Pansterketten werden kurzgliedrige Eisenketten bezeichnet. So wahrscheinlich übertrug sich der Name auf die gesamte Mühlengattung! Wasserräder einer Panstermühle waren immer unterschlägig, das heißt. es taucht nur mit den untersten Schaufeln in das Wasser ein, sie waren sehr breit und hatten daher einen hohen Wirkungsgrad. Sie benötigten dadurch im Gegensatz von Stabermühlen (bei denen das Wasser von oben auf das Rad trifft), keinen eigenen Zufluss pro Wasserrad. So hatten Panstermühlen in der Regel drei hintereinander liegende Wasserräder, mit jedem Rad konnten zwei Mehlgänge betrieben werden.

Redaktion: Jürgen Krohn

Text: Herr Wittenberg

Fotos: herr Wittenberg

 

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